Für mich war dies eines der bisher umfangreichsten und intensivsten Projekte, die ich eigenständig realisiert habe. Im Rahmen meiner Masterarbeit – die sich mit den Themen Zeitgeist, Konsumkultur und Design befasste – setzte ich mich auf verschiedenen Ebenen tiefgehend und interdisziplinär mit der Materie auseinander. Geleitet von meiner eigenen Designphilosophie entwickelte ich das Fundament für ein werteorientiertes Designstudio; ein Studio, das nicht nur meinen interdisziplinären Ambitionen gerecht wird, sondern auch meine vielfältigen Fähigkeiten als Designer nahtlos miteinander verknüpft.
Folglich war dieses Projekt nicht nur eine Herzensangelegenheit, sondern es stellt auch die bislang überzeugendste Verkörperung meines kreativen Ethos sowie meiner Sichtweise auf Ästhetik, Design und Gesellschaft dar. Darüber hinaus reflektiert es die kulturelle und gesellschaftliche Wirkung, die wir als Designer in die Welt tragen – und zeigt auf, wie wir durch kreative Visionen sowohl unsere Zukunft als auch unser kollektives Denken positiv gestalten und transformieren können.
Auf einer Metaebene liefen diese verschiedenen Stränge in einem umfassenden Reflexions- und Forschungsprozess zusammen, der in einem begleitenden Essay mündete. Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse – sowie der daraus erwachsenen kreativen und gesellschaftlichen Haltung – entwarf ich ein Artefakt (einen Sessel). Ich fertigte dieses Stück in den Werkstätten der MSD an und konzipierte es als Gegenentwurf zum vorherrschenden Zeitgeist und zur dominierenden Konsumkultur unserer Zeit. Im Grunde sollte dieses Artefakt nicht als isoliertes Produkt oder bloßes Möbelstück betrachtet werden; vielmehr dient es als visionäre Verkörperung einer neuen Designphilosophie, die von dem Bestreben geleitet ist, Konsumenten zu bewussteren und wohlüberlegteren Entscheidungen zu führen.
